Die Lilien auf dem Feld

Die Lilien auf dem Feld
Nach dem Regentag gestern war es heute zwar etwas kühler, aber trotzdem wieder sehr sonnig. Und weil die Luft nun frisch gewaschen ist, war auch die Sicht sehr klar und deutlich. So machten wir uns auch wieder auf und marschierten über verschiedene, aber bekannte Wege. Es ist einfach erstaunlich, es gibt jeden Tag, auch wenn man seine Umgebung zu kennen meint, immer etwas aufs Neue zu entdecken – die Natur hält stets wieder eine Überraschung bereit, die man unerwartet entdecken kann.

Nehmet wahr der Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

Ein altes Zitat – und ja, so ist es. Diese wunderschönen Blumen mitten im grünen Feld stehen einfach da. Wir haben heute ganz viele davon entdeckt – noch vor zwei Tagen waren sie nicht zu sehen und jetzt stehen sie da in vollster Blüte, alle ein bisschen versteckt im hohen Gras. Mit offenen Augen durch die Natur zu wandern, ist einzigartig und jedes Mal kommen wir glücklich nach Hause.

Es hellt wieder auf

Nach dem Regen
Die in der Wetterprognose angekündigte Kaltfront mit Regen und Gewitter und einem merklichen Temperatursturz ist eingetroffen. Ein paar Stunden hat es ziemlich ausgiebig geregnet, aber doch nicht gerade wie aus Kübeln. Vereinzelt war auch Donnergrollen zu hören. Wir zogen es vor, heute am Trockenen zu bleiben und dem Wettergeschehen von drinnen zuzusehen. Die Temperatur ist  merklich zurück gegangen und ein paar Stunden waren wir auch in den Wolken eingehüllt, was sich bei uns dann als dicker Nebel zeigt. Doch unterdessen hat der Regen nachgelassen und der Nebel hat sich gelichtet, man sieht die benachbarten Berge wieder und die restlichen Wolkenfetzen schleichen den Hängen entlang – immer wieder ein eindrückliches Schauspiel. Der Natur hat das ausgedehnte Giessen sicher gut getan, für die nächsten paar Tage wird wieder wunderschönes Wetter mit viel Sonnenschein vorausgesagt, da wird es also kaum neuen Niederschlag geben.

Es wird eng

Der Weg ist eng
An dieser Stelle sind wir schon öfters vorbei gekommen und sie fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Hier führt der Weg dem Wasser entlang, es geht nicht steil bergauf, aber immer wieder über Wurzeln. Doch genau an dieser Stelle wird es sehr eng. Der Wanderer muss zwischen den beiden mächtigen Baumstämmen durchsteigen, um seinem Pfad weiter folgen zu können. Da geht es nicht  einfach so problemlos vorwärts, hier muss man schon etwas genau hinschauen, wo man seine Füsse hinstellen und diese Engstelle durchsteigen kann. Gespräche verstumme jeweils für einen kurzen Augenblick, da sich jeder etwas konzentrieren muss, um nicht noch etwa hinzufallen. Weiter vorne wird es wieder heller und auch wieder breiter und da kann man sich dann wieder am Plätschern des Wassers erfreuen. Ja, diese Stelle ist für mich immer ein bisschen ein Abbild des Lebens − wo es immer mal wieder auch „Engstellen“ gibt.

Eine der vielen

Ein Polster voller Nelken
Die Wanderung musste heute aus verschiedenen Gründen ausfallen – es reicht nicht jeden Tag zeitlich für alles. Darum bin ich am Abend noch etwas durch den Garten gestreift und natürlich bei der Stelle, die zur Zeit und schon seit einigen Tagen am meisten leuchtet, stehen geblieben. Hier blühen ganz viele kleine Nelken, die auf einem Felsen ein grosses Polster gebildet haben. Welche Art es denn genau ist, konnte ich noch nicht raus finden – mit der Anzahl der vielen Arten (320 bis 600) dürfte das auch etwas schwierig sein. So verzichten wir halt für einmal auf den genauen Namen und erfreuen uns an der wunderschönen Farbe, die mit dem Sonnenlicht noch viel intensiver wirkt.

Einfach nur Natur

Einfach nur Natur
Dieser Beitrag will keine Naturromantik bemühen, es soll nur eine einfache Zusammenfassung des Tages sein. Unsere heutige kleine Wanderung führte auf schmalen und teilweise auch steilen Wegen „nur“ durch die Natur. Es gab nichts Spektakuläres zu sehen und zu hören, keinem einzigen Menschen sind wir begegnet. Bloss so mitten drin – und gerade in dieser Einfachheit war es wunderschön, immer mal wieder stehen zu bleiben und hinzusehen und hinzuhören. Die verschiedenen Farben, besonders das Grün ist zurzeit in allen Intensitäten und Nuancen auffallend. Bereichert wir die Farbpalette durch die Blütenpracht der verschiedensten Pflanzen. Es tanzen auch schon Samen des Löwenzahns durch die Luft, angetrieben vom leisen Wind. Aber auch das Gezwitscher der Vögel ist so vielfältig und dazwischen wird das Ganze mit Ruf des Kuckucks ergänzt. Ein weiterer wunderbarer Tag in der nahen Natur geht dem Ende zu.

Fest angewurzelt

Fest angewurzelt stehen sie da
Diese strammen Tannen haben wir auf der heutigen Wanderung an diesem Feldrand angetroffen, wo immer noch der Löwenzahn einen gelben Schimmer hinzaubert. Die Bäume stehen einfach da, aber sie bilden eine mächtige Silhouette vor dem blauen Himmel mit ein paar Wolken. Sie machen einem schon fast den Eindruck, es könne sie wirklich gar nichts erschüttern – weder einen kalten Winter mit viel Schnee oder einen heissen Sommer mit wenig Niederschlag. Sie stehen da, schon viele Jahre und haben die Zeit praktisch unbeschadet überstanden – die Äste scheinen sehr regelmässig zu sein. Doch sie stehen hier etwas exponiert. Im Sommer gibt es hier hin und wieder heftige Gewitter, aber das hat sie offenbar noch nie berührt. Eingewurzelt in der Erde – das ermöglicht, Stürme zu überstehen.

Geschützte Orchideen neben dem Weg

Orchideen am Weg
Die heutige kleine Wanderung, wiederum bei sehr schönem Wetter, hielt eine grosse Überraschung für uns bereit. Auf einer winzigen Lichtung im niedrigen Wald entdeckten wir ein ganzes Feld mit Orchideen, alle in einem zarten Violett. Es muss eines der Knabenkräuter sein, die Bestimmung ist nicht ganz einfach – zur Wahl für den Standort Alpen stehen etwa 70 verschiedene zur Verfügung. Zum Glück standen sie etwas versteckt abseits des schmalen Weges und sind somit ein bisschen geschützt. Leider waren heute auch auf den schmalen Wegen viele Mountainbiker unterwegs – mehrere Male mussten wir zur Seite treten und die hochtechnischen und wohl auch sehr teuren Räder vorbei lassen. Aus den Zeilen wird man wohl merken, dass ich wenig Verständnis habe, wen kleine schmale Wege befahren werden. Die Überraschung mit den Orchideen hat uns das aber etwas relativieren lassen.

Flachs und Leinöl

Blühender Flachs
Heute sind wir bei einem blühenden Flachsfeld vorbei gekommen. Die zarten blauen Blüten bedecken den ganzen Acker und strahlen mit dem Blau des Himmels um die Wette. Der Flachs wird hier angebaut, um dann später das Leinöl, das aus den reifen Samen gepresst wird, verwenden zu können. Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig – von Holz- und Korrosionsschutz, über Kosmetik bis hin zum Nahrungsmittel. Dieser Anbau hier wird rein biologisch betrieben, da wird ausser Wasser nichts gespritzt. Das Jäten, wie wir das schon ein paar mal sehen konnten, wird von Hand gemacht – eine riesen Arbeit. Wahrscheinlich auch darum sind bei den Pflanzen so viele Insekten zu sehen – neben der schönen Aussicht hier von dieser Stelle eine wahre Augenweide.

Ein prächtiger Tag im Mai

Prachtstag im Mai
Nach den grauen und regnerischen Tagen war es heute wieder einmal prächtig schön mit wolkenlosem und tiefblauem Himmel und sehr guter Fernsicht. Auch die Temperatur war mit fast 20°C wieder angenehm geworden.  Da mussten wir uns auf den Weg machen und einer der vielen möglichen Touren unter die Schuhe nehmen. Wie immer konnte man so sich den vielen und teilweise dunklen Gedanken des Tages entledigen und sich ganz auf den Moment und das Erleben konzentrieren. Die Aussicht überall hin war fantastisch und detailreich. Aber auch in der jeweiligen Nähe gab es in der Pflanzenwelt sehr viel zu entdecken – die Natur ist zur Zeit in „Hochblüte“. Unzählig viele Farbnuancen sind zu bewundern, es scheint fast, als würden die Blumen um die Wette blühen. Das nächste Mal muss ich unbedingt noch das Blumenbuch mitnehmen, ich kenne noch längst nicht alle.

Auf verhüllten Pfaden

Nebelwanderung
Der Wetterwechsel zu gestern war heute einmal mehr äusserst frappant. Fast den ganzen Tag umgab uns Nebel, einmal dichter, dann wieder hellte es für einen kurzen Augenblick auf. Wir beschlossen, trotzdem eine kleine Wanderung zu machen, um auch bei diesem grauen Wetter die Schönheiten der Natur zu bewundern – man findet sie nämlich. Nur der Aufbruch aus der warmen Stube kostet jeweils etwas Überwindung. Doch sobald die ersten Schritte gegangen sind, wird es zum erneuten Erlebnis. Zeitweise war der Nebel so dicht, dass man kaum ein paar Meter weit sah. Zum Glück folgten wir einer Strecke, die wir gut kennen und schon öfters gegangen sind. Sie führt auch über ein paar Abkürzungen, wo wirklich gar kein Weg mehr zu sehen ist und eine Karte auch nicht weiterhelfen würde. Die Bäume zeichneten im durchsichtigen Weiss interessante Muster. Auch wenn die Farben heute weniger leuchtend waren, es hat trotzdem sich gelohnt.