Blau und weiss

blauundweiss
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Unten weiss, oben blau
Bei schönstem Sonnenschein, äusserst angenehmen Temperaturen und leichtem und kühlen Wind sind wir heute wieder einmal auf bekannten Wegen unterwegs gewesen. Aber wie so oft, auch wenn man meint, hier eigentlich wirklich alles zu kennen, gibt es auch immer wieder Überraschungen. Dieses kräftig blühende Kamillenfeld leuchtet auf einer grossen Fläche weiss und gibt einen schönen Kontrast zum blauen Himmel, der uns heute ohne einzige Wolke begleitet hat. Und über dem weissen Feld war die Aussicht klar und deutlich und in der Ferne strahlte es wiederum weiss – dieses Mal von den hohen Gipfeln, die immer noch verschneit sind. Solche Tage und solche Fernsicht lassen einem die täglichen Sorgen vergessen und es zählen nur die glückliche Momente, wenn man diesen Wegen hier oben folgen kann – hier ist der Weg wirklich das Ziel.

In der Natur unterwegs

naturpur
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Einfach nur Natur
Heute waren wir einmal mehr unterwegs mitten in der Natur bei aller schönstem Wetter und sehr angenehmer Temperatur und leichtem Wind, der sehr erfrischend wirkte. Es ist schon ein Privileg, an einem solchen Prachtstag einfach die Wanderschuhe anziehen und losziehen zu können. Und auch einfach fast „der Nase nach“, ohne zu Beginn die Strecke zu überlegen und zu planen. So kann man bei jeder Weggabelung aus verschiedenen Varianten auswählen und weiter marschieren. Wir bewegen uns da in einer Region, die wir unterdessen sehr gut kennen gelernt haben und uns wohl auch kaum mehr verirren könnten. Viele Wege und Abkürzungen sind wir bereits gewandert und die Aussicht auf die Berge gibt ja immer wieder Orientierung, wo man sich gerade befindet. Der wundervolle Tag gibt auch Kraft, die weniger schönen Dinge tragen zu können, die manchmal auf einem warten und die man zu akzeptieren lernen muss.

Rangordnung aushandeln

Rangordnung aushandeln
Wie vorgestern geschrieben, ist bei den Eringer-Kühen die Rangordnung sehr wichtig und darum kommt es auf der Weide immer wieder zum Kräftemessen untereinander. Das wird im Kanton Wallis ja dann auch zu den traditionellen Kuhkämpfen (combats de reines) erweitert, die von vielen Leuten besucht werden. In diesem Jahr wird das wohl etwas anders sein. Da viele Kühe zur Zeit auf unserer Meereshöhe auf den Weiden auf den Alpaufzug warten, treffen wir jetzt überall Herden an. Auf dieser Weide hier hatten sich zwei über eine ganze Weile in einen kleine Kampf eingelassen und wir konnten das aus einer respektvollen Distanz beobachten. Es ist schon beeindruckend, wenn diese Fleischmassen aufeinander losgehen. Aber nach einigen Minuten war der Reiz offenbar verflogen und die beiden Kühe gingen wieder ihren Weg – und wir dann auch.

Gemsenfarbene Ziegen

Fast wie Gemsen
Auf all den saftigen Wiesen hat es nun verschiedene Tiere, die dort ihr Futter in guter und ausreichender Menge vorfinden – die letzten Tage hatte es genügend Niederschlag, so dass es überall sehr grün geblieben ist. Gestern wurden wir von den Kühen beobachtet, heute von diesen Ziegen. Welche Rasse es genau ist, konnte ich leider nicht herausfinden – müsste eine „gemsenfarbene Gebirgsziege“ sein, aber es bleibt unsicher. Eigentlich würde ich die Halterin kennen, aber diese Frage habe ich ihr noch nie gestellt. Auch von diesen Tieren, die sich hier gerade am Rand ihrer grossen und wilden Wiese befanden, wurden wird ausführlich beobachtet. Doch nach einer Weile waren wird nicht mehr interessant und sie wandten wieder dem Fressen zu oder einige legten sich sogar ins hohe Gras. So setzten wir unseren Weg auch wieder fort und waren knapp vor einer kleinen Regenschauer wieder zu Hause.

Eine besondere Begegnung

Unter Beobachtung
Heute haben wir auf unserer Sonntags-Wanderung nicht nur wunderschöne Blumen und kleine Tiere angetroffen, auch ein paar Kuhherden sind wir begegnet. Die Eringer-Kühe sind aufmerksam und sehr neugierig und Wanderer werden da immer umfassend beobachtet. Die Hörner und der oft als stechend empfundene Blick macht auf viele Leute einen etwas grimmigen oder sogar ängstigenden Eindruck. Aber so viel ich weiss, ist sind die Eringer nicht wirklich aggressiv und eher anhänglich. Untereinander haben sie ein grosses Rangverhalten und darum sieht man sie hin und wieder in Zweikämpfe verwickelt. Aber selbstverständlich kommt es sehr darauf an, wie man ihnen begegnet. Aufgeregtes Tun schätzen sie nicht, sicher auch nicht ein Rumfuchteln mit einem Stock und Hunde sind nicht ihre Lieblingstiere. Wenn man ihnen also mit Respekt und aller Ruhe begegnet, kann man auch eine Wiese durchqueren. Und nochmals selbstverständlich: Einer Mutterkuh mit ihrem Kalb sollte man sicher aus dem Weg gehen. Jedenfalls war das heute eine sehr interessante Begegnung.

Es ist ganz ruhig am Teich

Die Ruhe am Teich
Das Wettergeschehen war heute fast genau gleich wie gestern. Bis zum Mittag regnete es und wir waren wieder im Nebel eingehüllt – oft sah man die grossen Tannen vor dem Haus kaum mehr. Vom Tal aus würde man ja sagen, wir wären in den Wolken versteckt. Die kleine Wanderung kurz nach dem Mittag führte uns wieder einmal zum grossen Teich. Zur Zeit schwimmt dort nur ein einziger Enterich (Reiherente) ganz allein und gemächlich. Es könnte aber durchaus sein, dass seine Partnerin auf einem gut verstecken Nest sitzt und baldige Nachkommen ausbrütet. Doch er bewegt sich etwas gar langsam und steckt den Kopf zwischen hinein in seine Federn für ein kleines Nickerchen. Wir werden jedenfalls immer mal wieder nachsehen gehen, ob nicht doch eines Tages eine kleine junge Entenschar auf dem Wasser rumschwimmt – es wäre nicht das erste Mal, aber doch eher selten.

Von Regen und Nebel bis zur Sonne

Dorf in der Nachbarschaft
Heute bot das Wetter viel Abwechslung. Am Morgen waren wir völlig im Nebel eingehüllt und es regnete, zwar nicht sehr stark, aber ununterbrochen fast bis zum Mittag. Da begann sich die düstere Stimmung aufzulockern und immer mehr Wolkenlöcher wurden sichtbar, der Regen hörte auf. So entschlossen wir uns, den nun schon fast täglichen Rundgang nicht auszulassen. Auf dem Weg konnten wir nochmals fast alles erleben – viel Wolken, dann etwas Sonne. Von Süd-Osten näherte sich aber eine kleine sehr dunkle Front und es dauerte nicht lange, bis die ersten Regentropfen zu spüren waren. Doch sehr lange dauerte es nicht und bald waren wieder erste Sonnenstrahlen zu sehen. Wären wir nicht im Juni, hätten wir von April-Wetter gesprochen. Gegen Abend klarte sich der Himmel immer mehr auf und jetzt ist in der Ferne auch das Nachbardorf auf der Höhe über dem Tal gut und klar zu sehen. Ein wechselvoller Tag geht langsam zu Ende.

Wiesen als Farbenmeer

Die Wiese blüht
Der Regen war so wichtig und zum Glück etwas anhaltend, doch nicht zu heftig, als dass alles zu Boden gedrückt worden wäre. Nun blüht es noch viel intensiver, als vor ein paar Tagen. Bei vielen Wiesen, bei denen wir vorbei gekommen sind oder die wir durchquert haben, spriessen nun ganz verschiedene Pflanzen – die Farbe grün ist fast zur Minderheit geworden. So bunt und so vielfältig habe ich es kaum in Erinnerung, es ist eine richtige Augenweide, wo man gerne ein paar Minuten stehen bleibt und staunen kann. Solche Magerwiesen sind leider selten geworden, doch es freut einem zu sehen, dass auch die Schmetterlinge an dieser Farbenpracht wieder Freude finden. Heute haben wir ganz viele dieser bald seltenen Lebewesen gesehen, die unaufhörlich über das Farbenmeer geflattert sind.

Abendstimmung nach dem Gewitter

Am Abend
Ein in Bezug auf das Wetter abwechslungsreicher Tag geht zu Ende. Am Morgen war es strahlend schön und nur auf den Bergspitzen thronten ein paar kleine Quellwolken. Gegen Mittag schwollen diese aber auch über den Kreten an und man musste vermuten, dass sich daraus Regengüsse oder sogar lokale Gewitter entwickeln könnten. Doch am frühen Nachmittag wurden diese weissen Gebilde wieder kleiner und so entsprach die Erwartung dann wieder der Wetterprognose, die nichts von Niederschlägen und Blitz und Donner gemeldet hatte. Aber eine neue Änderung trat so ab 16 Uhr ein, die Kumuli wurden schnell grösser, grau und dunkel. Gegen Westen hin, in der bekannten „Wetterecke“, türmte sie sich gewaltig. Und tatsächlich, gegen 18 Uhr war das erste Donnerrollen hörbar. Nach dem Blitzradar musste man befürchten,  das Gewitter würde auch hierher ziehen. Aber eine nochmals schnelle Änderung trat ein und das Gewitter verstummte bald. Die Abendbilder sind sehr schön anzusehen. Ja, ein „schönes“ Beispiel, wie das Wetter in in den Bergen in kurzer Frist immer wieder mal umschlagen kann.

Nur für einen kurzen Besuch

Unterwegs zu neuen Ufern
Auf dem grossen Teich, den wir gut kennen und bei dem wir heute vorbei gekommen sind, hat es immer nur wenig tierische Besucher. Entenpaare, seien es Stockenten, Reiherenten oder ganz selten auch Bergenten sind manchmal im Frühjahr hier anzutreffen. Aber eine etwas längere Bleibe mit Nestbau und Aufzucht von Jungen haben wir (leider) noch nie gesehen. An Wochenenden ist hier zu viel Betrieb von Menschen,  die hier ihre Autos oder sogar Wohnmobile abstellen und dann im Teich schwimmen oder sich mit Plastikbooten rumtreiben lassen. Oder es gibt ferngesteuerte Modellschiffe, die mit viel Lärm ihre Runden drehen. Hin und wieder versucht sich auch ein Hund, die Enten zu jagen. Es wird schon klar, hier ist wirklich kein attraktiver Ort für einen längeren Aufenthalt – wir finden das sehr schade.