Zuhörer im langen Ohren

Esel
Sehr aufmerksames Langohr

Die letzten paar Tage haben wir unsere Nachmittagsrunden jeweils so gewählt, dass wir immer bei der grossen Wiese vorbei kommen, wo zur Zeit zwei Esel viel Platz haben und oft auch interessiert sind, was da am Zaun so alles geschieht. Ich hatte schon mal geschrieben, dass ich ihm vor ein paar Tagen viele meiner Sorgen erzählt habe und er mir mit seinen langen Ohren zugehört hat. Hin und wieder hat sich eines der Ohren bewegt (Esel können die Ohren unabhängig voneinander bewegen) und manchmal habe ich das als Zustimmung verstanden, manchmal auch als ein „Wirklich?“ oder als „Wie bitte?“.

Heute sind wir wieder vorbei gekommen und er stand da schon in der Ecke und streckte seine Ohren, als wir um die Ecke bogen. Es hat wirklich so ausgesehen, als würde er auf uns warten. Ich hatte wieder viele Dinge, dich ich ihm erzählen wollte und wie immer bliebt er die Ruhe selbst. Die Karotte, die ich ihm mitgebracht hatte, war mehr als verdient. Es ist schön, wenn da jemand zuhört und dich nicht unterbricht – man fühlt sich verstanden.

Wenn man sich entscheiden muss

Gabelung
Gabelung
Der Wege verzweigt sich
Auf all den vielen Wegen kommt man auch an Orte, wo sich der Weg verzweigt. Hier auf dem Bild muss man sich entscheiden, ob man nach links hinunter auf das freie Feld gehen will oder rechts hinauf weiter durch den Wald, steil nach oben einer Felswand entlang. An so einem Ort tauchen die Fragen auf: Welchen Weg sollen wir nehmen? Wollen wir da hin oder doch eher dort hin? Welche Tour haben wir vorgesehen? Doch in unserer Umgebung machen wir vor dem Start keine grossen Pläne und entscheiden eben immer spontan, welche Fortsetzung wir jetzt wählen wollen. In diesem Fall hier sind wir dann links hinunter aufs Feld marschiert und über viele weitere Verzweigungen am Ende wieder zu Hause angelangt.

Es ist herbstlich geworden

Herbstlich
Herbstlich
Es ist herbstlich geworden
Das ist ging jetzt aber schnell – jedenfalls ist das mein Eindruck. Noch vor zwei, drei Wochen war es sehr warm, ja sogar manchmal noch heiss und jetzt ist es kühl und herbstlich geworden. Die Bäume beginnen, ihr Herbstkleid anzuziehen und nach dem vielen Regen gibts auch Nebelschwaden, die den Hang hinauf ziehen und den Weitblick behindern. Aber so schlimm ist das alles nicht – der Wechsel der Jahreszeiten sind immer wieder eine wunderschöne Veränderung, so bleibt es „draussen“ nie langweilig und es gibt immer wieder etwas zu entdecken. Heute zu Beispiel die beginnenden Herbstfarben – ein Teil der Bäume und Büsche ist da schon ein bisschen fortgeschritten, andere warten noch etwas zu. Dann hoffen wir noch auf viele schöne Herbstfarben in unserem „Indian Summer“, der sich aber gegenüber dem Original etwas bescheidener gibt.

Wenn Wurzeln nicht mehr tragen können

Wurzeln
Wurzeln
Wurzeln in der Luft
Wir wissen, dass das Wurzelwerk eines Baumes ganz wichtig für seine Stabilität ist und wir verwenden dieses Bild auch im übertragenen Sinne. Es ist wichtig, dass wir „geerdet“ sind – dann können wir gut den Kopf im Wind tragen und auch die Stürme des Lebens meistern. Doch wie ist es, wenn der Wurzelgrund löchrig und rutschig wird. Auf dem Bild ist gut zu sehen, dass durch die Erosion am Hang schon jetzt Teile der Wurzeln dieser Bäume in der Luft hängen. Je mehr Erde und Steine da runterrutschen werden, um so gefährdeter wird der Baum dann sein und irgendwann wir er einem Sturm nicht mehr standhalten und umstürzen. Hoffen wir, dass die Erosion hier nicht zu schnell fortschreitet und wir hier noch viele Male durchwandern können.

Auf dem Tannzapfenweg

Tannzapfenweg
Tannzapfenweg
Auf dem Tannzapfenweg
Die heutige kürzere Wanderung führte zum Glück fast nur durch den Wald. Bei diesen Temperaturen und um die Mittagszeit ist man wirklich froh, im kühlen Schatten wandern zu können. Bei all den vielen verschiedenen Möglichkeiten, die wir hier haben, kann man sich eine kleine Runde ganz am Schatten aussuchen und kommt erst noch bei einem kleinen Flüsschen vorbei, das ziemlich steil in die Schlucht hinunter rauscht. Schon nur das Geräusch des Wassers erfrischt und macht für den Rückweg munter. So ist es uns jedenfalls heute ergangen und wir sind ganz froh, die Beine und Füsse bewegt zu haben. So kann man sich dann drinnen bei der Kühle eher etwas ruhig halten.

Lange Pause

Die Pause hier ist wirklich lange – ich sollte hin und wieder doch wieder einmal einen kleinen „Wanderbeitrag“ liefern.  Und jetzt, wo WordPress auch noch ActivityPub Support bekommen und die Beiträge also ins übernommen werden, sollte hier schon wieder was geschehen. Das ist jetzt jedenfalls nur einmal ein Test der Verbindung.

Es liegen Düfte in der Luft

Zitronenmelisse
Heute sind wir wieder einmal bei den Kräuterfeldern vorbei gekommen, die hier oben auf 1000 Meter angelegt wurden und dann auch „Bergkräuter“ genannt und als „Bio“ verkauft werden – da wird in der Tat nicht gedüngt, nur hin und wieder bewässert. Hier wachsen verschiedene Pflanzen und diese werden dann zu Tees oder getrocknete Kräuter verarbeitet werden. Es duftet hier immer wunderbar und man kann meistens schnell erraten, welche Pflanze hier wächst. Auf dem Bild ist es Zitronenmelisse, aber einmal in einer etwas anderen Perspektive fotografiert. Es sieht so aus, als würde dieses Feld bald geerntet – dazu kommen dann kleine kompakte Maschinen zum Einsatz, die auch grössere Steigungen im Gelände überwinden können. Bei einer solchen Ernte duftet es dann natürlich noch viel intensiver.

Die Aussicht geniessen

Aussicht
Weg mit viel Aussicht
Das ist doch das Schöne, wenn man zu Fuss unterwegs ist – zwar mit einem Ziel, aber die Zeit spielt da keine Rolle. Wenn der Weg nicht all zu steil und nicht all zu steinig ist, kann man die Umgebung und die Aussicht auch im Gehen geniessen und viele Details entdecken – offene Augen und Ohren sind da äusserst wichtig. Auch dann, wenn man die Gegend meint zu kennen, gibt es immer wieder Überraschungen – denn kein Tag ist wie der andere. Wenn der Weg etwas uneben oder auch schmal ist, bleibt man problemlos einfach stehen und kann seinen Blick in die Weite schweifen lassen. Alles ohne Hast, alles zu seiner Zeit. Ja, Wege zu gehen entschleunigt ungemein und ordnet unsere ach so wichtigen Prioritäten immer mal wieder ganz anders. Auch die Gedanken sind ganz frisch und vieles erscheint plötzlich in einem anderen Licht. Es stimmt: Wandern ist wie Philosophie.

Intensive Farben

Blau und grün
Der heutige gemächliche Bummel, der nur knapp zwei Stunden dauerte und auf bekannten Wegen, hatte eigentlich nicht viel Überraschungen für uns bereit. Aber das schöne sonnige Wetter gab den vielen vertrauten Ausblicken wundervolle und vor allem intensive Farben. Auch das Bild oben ist nichts besonderes und etwas langweilig – ich gebe es ja zu. Aber das intensive Blau des Himmels (mit einer kleinen weissen Wolke) und satte Gründ des Waldes und der Wiese beeindrucken trotzdem. Nach den etlichen grauen Tagen geniesst man das um so mehr und die jetzt steigenden Temperaturen deuten darauf hin, dass es auch in diesem Jahr doch noch etwas sommerlich wird. Wir freuen uns jedenfalls auf die weiteren Ausflüge, die allermeistens in unserer Nähe stattfinden.

Gletschermilch im Teich

Grau-grüner Teich
Noch immer sind die Bergbäche trüb, weil bei der grossen Wassermenge (Schneeschmelze und Niederschläge) viel Sand mitgeschwemmt wird. Wir nennen dieses Wasser „Gletschermilch“. Und wenn dieses Wasser dann in den Teichen ankommt, übernimmt das Wasser dort natürlich auch diese Trübheit und so wird der Teich dann grau-grün und ist sehr trübe. In diesem Teich, bei dem wir heute vorbei gekommen sind, hat es auch viele Fische, auch ziemlich grosse (das Fischen ist verboten). Aber mit dem trüben Wasser sind sie nur zu sehen, wenn sie ganz an der Oberfläche schwimmen. Trotzdem haben wir auch eine ganze Menge kleiner Exemplare gesehen – das trübe Wasser scheint sie offenbar nicht zu stören. Wir machen hier eine ganze Weile Pause und schauten uns in aller Ruhe in der Natur um – es war äusserst ruhig an diesem schönen Ort.