Trassenwanderung

bahntrasse
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Alte Bahntrasse, heute Fahrradweg

In den letzten Tagen sind wir an besonderen Orten unterwegs – sei es an Flüssen, sei es in kleinen Städtchen, sei es, wie heute, auf alten Bahntrassen. Da haben wir uns heute ein langes Stück auf einer alten Bahntrasse gewählt (es waren dann bis zum Schluss fast 16 km). Dieser alte Verkehrsweg ist heute ein wunderschöner Fahrradweg, sehr gut unterhalten, breit und wirklich sehr einladend. Wir waren zu Fuss unterwegs und kamen so dann weniger schnell vorwärts – aber das spielt ja keine Rolle – Geschwindigkeit ist zur Zeit wirklich kein Kriterium – da ist der Weg wirklich das Ziel.

Ich habe einfach wieder einmal über die alte Bau- und Ingenieurkunst gestaunt. Die Trasse stammt von ca. 1890 und ist noch in einem sehr guten Zustand. Die Streckenführung ist sehr elegant – weite Kurven und nur ganz sanfte Steigungen oder Gefälle. Der Erbauer hatte das Ziel, möglichst wenig Kunstbauten zu erstellen und auch keine Tunnels bauen zu müssen. Wie hat man das in dieser Zeit mit viel weniger technischen Möglichkeiten und viel weniger leistungsfähigen Werkzeugen geschafft, ein solches Kunstwerk in die Landschaft zu setzen? Wie hat man diese eleganten Kurven und Gefälle und Steigungen berechnet und umgesetzt? Einfach erstaunlich – und relativiert wieder einmal mehr den Stolz über unsere Zeit, was „wir“ da alles schaffen und geschaffen haben.

Hier und dort – fern und nah

Vor ein paar Tagen habe ich geschrieben, dass ich wieder unterwegs sein werde – doch nun bin ich auch schon wieder zurück. Diese Abwechslung von „unterwegs sein“ und dann „wieder zu Hause“ ist doch sehr spannend. Oder so, wie es ein Wort über Reisen sagt: Reisen ist doppelt schön – dann, wenn wir uns aufmachen, Neues zu sehen, Fremdes kennen zu lernen – und dann, wenn wir wieder zurück kehren ins Gewohnte und das Umfeld, was wir kennen. Dieser Wechsel und dieses wechseln ist tatsächlich eine Konstante, die ich in den letzten Jahren immer wieder erleben durfte. Ich hoffe doch, damit auch im Alter flexibel zu bleiben zu können und zu dürfen – körperlich und geistig.