Gletschermilch im Teich

Grau-grüner Teich
Noch immer sind die Bergbäche trüb, weil bei der grossen Wassermenge (Schneeschmelze und Niederschläge) viel Sand mitgeschwemmt wird. Wir nennen dieses Wasser „Gletschermilch“. Und wenn dieses Wasser dann in den Teichen ankommt, übernimmt das Wasser dort natürlich auch diese Trübheit und so wird der Teich dann grau-grün und ist sehr trübe. In diesem Teich, bei dem wir heute vorbei gekommen sind, hat es auch viele Fische, auch ziemlich grosse (das Fischen ist verboten). Aber mit dem trüben Wasser sind sie nur zu sehen, wenn sie ganz an der Oberfläche schwimmen. Trotzdem haben wir auch eine ganze Menge kleiner Exemplare gesehen – das trübe Wasser scheint sie offenbar nicht zu stören. Wir machen hier eine ganze Weile Pause und schauten uns in aller Ruhe in der Natur um – es war äusserst ruhig an diesem schönen Ort.

Dem Wasser entlang

Dem Wasser entlang

Auf der heutigen Wanderung ging es zwei verschiedenen Suonen entlang. Zum unserem Erstaunen führte die höher gelegene kein Wasser. Bei einem grossen Schieber wurde alles Wasser bgeleitet, dass sich dann in ein kleines Tal ergoss. Wir haben uns gefragt, warum das wohl sei. Wir haben vermutet, dass im weiteren Verlauf vielleicht nach den grossen Niederschlägen ein Schaden entstanden sei und darum das Wasser abgeleitet werden müsse. Doch wir haben auf unserem Weg der Suone entlang keinen solchen Schaden entdeckt. Ein anderer Grund könnt sein, dass es nach dem vielen Regen im Moment eben gerade kein Wasser für die Bewässerung braucht. Es blieb ein Rätsel und eine zufällige Begegnung mit dem Suonen-Wart gab es auch nicht, den man ja dann fragen hätte können.
Dafür führte dann die tiefer gelegene Suone ziemlich viel Wasser und so war das angenehm gewohnte Geplätscher, das als „Begleitmusik“ immer wunderschön klingt, sofort präsent . So war der Rückweg wirklich ideal und schon bald waren wir wieder zu Hause.

Nun fliesst sie wieder

Suone
Suone
Die Suone führt wieder Wasser

Das war jetzt aber eine sehr lange Winterpause hier, dabei sind wir doch fast jeden Tag unterwegs und der Fotoapparat ist auch fast immer dabei. Irgendwie hat in der Zeit von Februar bis Ende Juni kein Bild mehr den Weg in den Blog gefunden.
Aber egal, jetzt machen wir hier wieder weiter. Auch bei der heute besuchten Suone fliesst das Wasser nach der Winterpause wieder und ist zur Zeit schön trüb. Durch den Sand, der da mit dem Schmelzwasser mitgeschwemmt wird, hat das Wasser diese tolle Farbe – viele nennen es Gletschermilch – je nach Sonneneinstrahlung schimmert es verschieden. Wir kennen es ja sehr gut, aber neben dem Fliessgewässer zu marschieren, das hier langsam dahingleitet, ist immer wieder sehr entspannend und wohltuend. Manchmal rauscht es leise, manchmal ist es auch ganz still. Es war jedenfalls heute eine sehr lohnende Wanderung.

Wasser brauchen wir alle

Alles fliesst
Die Bewässerungskanäle, Schieber und Verteiler sind in unserer Gegend allgegenwärtig. Überall findet man noch heute funktionierende Anlagen, die das kostbare Nass aus den Seitentälern zu den Äckern, Wiesen und Reben bringen. Die ältesten in Urkunden datierten Systeme stammen aus dem 12. Jahrhundert. Unglaublich, mit welchen einfachen Werkzeugen diese Kanäle damals erstellt wurden und welche grossen Hindernisse dabei überwunden werden mussten (Felswände, Abgründe, Steinwüsten). Zum Glück sind viele dieser Suonen heute immer noch in Betrieb und seit einiger Zeit hat man auch gemerkt, dass die Wege entlang dieser Kanäle sehr attraktiv sind. Es ist nie steil, sehr oft verlaufen die Pfade im kühlen Wald und das Rauschen neben dem Weg erfrischt einem ständig. Die Wege sind teilweise sehr schmal und manchmal auch ausgesetzt, wo Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig ist. Für Mountainbiker sind diese Routen ganz und gar nicht geeignet. Leider wird das in dieser Community teilweise nicht wirklich ernst genommen – so schade.

Es ist ganz ruhig am Teich

Die Ruhe am Teich
Das Wettergeschehen war heute fast genau gleich wie gestern. Bis zum Mittag regnete es und wir waren wieder im Nebel eingehüllt – oft sah man die grossen Tannen vor dem Haus kaum mehr. Vom Tal aus würde man ja sagen, wir wären in den Wolken versteckt. Die kleine Wanderung kurz nach dem Mittag führte uns wieder einmal zum grossen Teich. Zur Zeit schwimmt dort nur ein einziger Enterich (Reiherente) ganz allein und gemächlich. Es könnte aber durchaus sein, dass seine Partnerin auf einem gut verstecken Nest sitzt und baldige Nachkommen ausbrütet. Doch er bewegt sich etwas gar langsam und steckt den Kopf zwischen hinein in seine Federn für ein kleines Nickerchen. Wir werden jedenfalls immer mal wieder nachsehen gehen, ob nicht doch eines Tages eine kleine junge Entenschar auf dem Wasser rumschwimmt – es wäre nicht das erste Mal, aber doch eher selten.

Wasser für das Leben

Wasserteiler
Es ist immer wieder hoch interessant und erstaunlich zu sehen, welch genialen Ideen unsere Vorfahren hatten, ohne Informatik, ohne grosse Technik, ohne die einfachen und komplizierten Werkzeuge unserer Zeit. Wasser war schon immer Grundlage für das Leben und Bewässerung der Felder für Getreide und für die Graswiesen war schon seit immer äusserst wichtig. Bei diesem Wasserteiler aus dem 14. Jahrhundert, bei dem wir heute vorbei gekommen sind, wird die Wassermenge geteilt. Im linken Abfluss fliessen ⅓ der Wassermenge, im rechten ⅔. Gar nicht auszudenken, wie kompliziert man das heute lösen würde. Das Wasser fliesst auf eine Bretterebene und der Teiler steht am Drittel der Distanz zwischen dem linken und rechten Rand. Die Person, der für die Wartung der Wasserkanäle zuständig ist, muss den Teiler immer von Ästen und Steinen befreien, damit die Teilung eben auch gerecht verläuft. Ein so altes System – und es funktioniert noch heute.

Alles fliesst

Alles fliesst
Unterdessen ist an vielen Orten der Schnee geschmolzen und man findet nur noch selten ein paar Schneeflächen auf dieser Höhe, auf der wir heute unterwegs waren. Dafür führen die Bäche und Suonen jetzt viel Wasser und es rauscht und tost überall. Es ist sehr entspannend, diesen Wasserläufen entlang zu gehen und den verschiedenen Geräuschen zuzuhören. In dieser schwierigen Zeit ist es doch äusserst wichtig, zwischen hinein den Kopf wieder lüften zu können und auf andere Gedanken zu kommen. Wenn dann auch noch der Sonnenschein mitmacht, um so besser. Alles fliesst – hoffen wir auf die Zeit „danach“ und dass dies nicht in all zu langer Zukunft liegt.

Tauwetter hat eingesetzt

Tauwetter
Gestern noch lang anhaltender Schneefall und Nebel, heute dagegen nun purer Sonnenschein, blauer Himmel und Temperaturen weit über 10 °C. So schnell kann sich das Wetter im März hier oben ändern. Das Tauwetter hat eingesetzt und der Schnee schmilzt sehr schnell und hinterlässt viel Wasser mit grosse Pfützen und kleinen Bächen. Diese suchen sich überall einen Weg nach unten und viele Pfade sind jetzt völlig unter Wasser gesetzt. Da muss man sich seinen Route schon gut wählen, um nicht völlig nasse Schuhe zu kriegen. Und die nächsten paar Tage soll die Temperatur immer noch hoch bleiben – da wird von der weissen Pracht bald nichts mehr übrig bleiben. Die Frühlingsblumen werden also bald wieder für farbige Tupfer in den braun-grünen Wiesen sorgen.

Schneeschmelze

Kleiner Wasserfall
Mit den immer höheren Tagestemperaturen beginnt der Schnee überall zu schmelzen und die kleinen Bäche führen zur Zeit viel Wasser, wobei sich das in den nächsten Wochen ganz bestimmt noch verstärken wird. Die Wetterprognose meldet ein paar sehr sonnige Tage. Dieser kleine Wasserfall, bei dem wir schon so oft vorbei gekommen sind, ist immer wieder schön anzusehen. Heute leuchtete auch die Sonne genau auf die Stelle und machte so fast ein etwas kitschiges Bild. Etwas weiter oben kamen wir dann aber doch noch tüchtig in den Schnee – der Winter hat noch nicht wirklich ganz aufgegeben.

Das Murmeln des Wassers

Am Wasser
Am Wasser
Am Wasser
Heute morgen ist mir fast die Decke auf den Kopf gefallen und darum war der Entschluss, am Mittag die Wanderschuhe anzuziehen und in die sonnige Natur zu gehen, der absolut richtige und gesunde Entscheid. Die Wanderung war zwar nicht sehr lang, aber am murmelnden Gewässer entlang zu wandern wirkt sehr entspannend und wohltuend. Und in der Zeit der Schneeschmelze fliesst mehr Wasser als sonst und das Rauschen ist unüberhörbar. Nun sind wir zurück und der Kopf ist (fast) wieder frei – es hat sich mehr als gelohnt.