Einfach nur Natur

Einfach nur Natur
Dieser Beitrag will keine Naturromantik bemühen, es soll nur eine einfache Zusammenfassung des Tages sein. Unsere heutige kleine Wanderung führte auf schmalen und teilweise auch steilen Wegen „nur“ durch die Natur. Es gab nichts Spektakuläres zu sehen und zu hören, keinem einzigen Menschen sind wir begegnet. Bloss so mitten drin – und gerade in dieser Einfachheit war es wunderschön, immer mal wieder stehen zu bleiben und hinzusehen und hinzuhören. Die verschiedenen Farben, besonders das Grün ist zurzeit in allen Intensitäten und Nuancen auffallend. Bereichert wir die Farbpalette durch die Blütenpracht der verschiedensten Pflanzen. Es tanzen auch schon Samen des Löwenzahns durch die Luft, angetrieben vom leisen Wind. Aber auch das Gezwitscher der Vögel ist so vielfältig und dazwischen wird das Ganze mit Ruf des Kuckucks ergänzt. Ein weiterer wunderbarer Tag in der nahen Natur geht dem Ende zu.

Fest angewurzelt

Fest angewurzelt stehen sie da
Diese strammen Tannen haben wir auf der heutigen Wanderung an diesem Feldrand angetroffen, wo immer noch der Löwenzahn einen gelben Schimmer hinzaubert. Die Bäume stehen einfach da, aber sie bilden eine mächtige Silhouette vor dem blauen Himmel mit ein paar Wolken. Sie machen einem schon fast den Eindruck, es könne sie wirklich gar nichts erschüttern – weder einen kalten Winter mit viel Schnee oder einen heissen Sommer mit wenig Niederschlag. Sie stehen da, schon viele Jahre und haben die Zeit praktisch unbeschadet überstanden – die Äste scheinen sehr regelmässig zu sein. Doch sie stehen hier etwas exponiert. Im Sommer gibt es hier hin und wieder heftige Gewitter, aber das hat sie offenbar noch nie berührt. Eingewurzelt in der Erde – das ermöglicht, Stürme zu überstehen.

Geschützte Orchideen neben dem Weg

Orchideen am Weg
Die heutige kleine Wanderung, wiederum bei sehr schönem Wetter, hielt eine grosse Überraschung für uns bereit. Auf einer winzigen Lichtung im niedrigen Wald entdeckten wir ein ganzes Feld mit Orchideen, alle in einem zarten Violett. Es muss eines der Knabenkräuter sein, die Bestimmung ist nicht ganz einfach – zur Wahl für den Standort Alpen stehen etwa 70 verschiedene zur Verfügung. Zum Glück standen sie etwas versteckt abseits des schmalen Weges und sind somit ein bisschen geschützt. Leider waren heute auch auf den schmalen Wegen viele Mountainbiker unterwegs – mehrere Male mussten wir zur Seite treten und die hochtechnischen und wohl auch sehr teuren Räder vorbei lassen. Aus den Zeilen wird man wohl merken, dass ich wenig Verständnis habe, wen kleine schmale Wege befahren werden. Die Überraschung mit den Orchideen hat uns das aber etwas relativieren lassen.

Flachs und Leinöl

Blühender Flachs
Heute sind wir bei einem blühenden Flachsfeld vorbei gekommen. Die zarten blauen Blüten bedecken den ganzen Acker und strahlen mit dem Blau des Himmels um die Wette. Der Flachs wird hier angebaut, um dann später das Leinöl, das aus den reifen Samen gepresst wird, verwenden zu können. Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig – von Holz- und Korrosionsschutz, über Kosmetik bis hin zum Nahrungsmittel. Dieser Anbau hier wird rein biologisch betrieben, da wird ausser Wasser nichts gespritzt. Das Jäten, wie wir das schon ein paar mal sehen konnten, wird von Hand gemacht – eine riesen Arbeit. Wahrscheinlich auch darum sind bei den Pflanzen so viele Insekten zu sehen – neben der schönen Aussicht hier von dieser Stelle eine wahre Augenweide.

Ein prächtiger Tag im Mai

Prachtstag im Mai
Nach den grauen und regnerischen Tagen war es heute wieder einmal prächtig schön mit wolkenlosem und tiefblauem Himmel und sehr guter Fernsicht. Auch die Temperatur war mit fast 20°C wieder angenehm geworden.  Da mussten wir uns auf den Weg machen und einer der vielen möglichen Touren unter die Schuhe nehmen. Wie immer konnte man so sich den vielen und teilweise dunklen Gedanken des Tages entledigen und sich ganz auf den Moment und das Erleben konzentrieren. Die Aussicht überall hin war fantastisch und detailreich. Aber auch in der jeweiligen Nähe gab es in der Pflanzenwelt sehr viel zu entdecken – die Natur ist zur Zeit in „Hochblüte“. Unzählig viele Farbnuancen sind zu bewundern, es scheint fast, als würden die Blumen um die Wette blühen. Das nächste Mal muss ich unbedingt noch das Blumenbuch mitnehmen, ich kenne noch längst nicht alle.

Auf verhüllten Pfaden

Nebelwanderung
Der Wetterwechsel zu gestern war heute einmal mehr äusserst frappant. Fast den ganzen Tag umgab uns Nebel, einmal dichter, dann wieder hellte es für einen kurzen Augenblick auf. Wir beschlossen, trotzdem eine kleine Wanderung zu machen, um auch bei diesem grauen Wetter die Schönheiten der Natur zu bewundern – man findet sie nämlich. Nur der Aufbruch aus der warmen Stube kostet jeweils etwas Überwindung. Doch sobald die ersten Schritte gegangen sind, wird es zum erneuten Erlebnis. Zeitweise war der Nebel so dicht, dass man kaum ein paar Meter weit sah. Zum Glück folgten wir einer Strecke, die wir gut kennen und schon öfters gegangen sind. Sie führt auch über ein paar Abkürzungen, wo wirklich gar kein Weg mehr zu sehen ist und eine Karte auch nicht weiterhelfen würde. Die Bäume zeichneten im durchsichtigen Weiss interessante Muster. Auch wenn die Farben heute weniger leuchtend waren, es hat trotzdem sich gelohnt.

Klare Farbpalette

Blau, grün und gelb
So schnell ändert sich die Witterung in den Bergen. Nach den Niederschlägen und dem kleinen Gewitter von gestern haben wir schon wieder wunderbares Wetter mit einer erstaunlich klaren Fernsicht. An den entfernten Hängen drüben auf der anderen Talseite sieht man viel mehr Details als sonst – der Regen hat den Blütenstaub offenbar tüchtig ausgewaschen – an den Naturwegen ist der Staub immer noch gut sichtbar – die Pfützen scheinen einen goldenen Rand zu haben. Mit der klaren Sicht waren auch die Farben heute leuchtend. Das Blau des Himmels und das Weiss der neu verschneiten Gipfel in der Ferne waren überdeutlich. Aber auch die Bäume und die Wiesen strahlen in einem frischen und hellen Grün und die gelben Blüten des Löwenzahns machen die Farbpalette noch reicher. Es war heute ein wunderbarer Gang durch die Natur an der etwas aufgefrischten Luft.

Grau ist nicht nur grau

Nebelschwaden ziehen bergwärts
Nach dem dringend nötigen Regen, der in der Nacht und heute morgen die Landschaft endlich etwas bewässert hat, sind wir am Mittag für eine kleine Wanderung aufgebrochen. Der Wettercharakter hat sich völlig verändert, wir sind im Nebel gestartet und die Nebelschwaden zogen langsam aber beständig die Bergflanke hinauf. So veränderte sich der Ausblick dauernd – die Bäume verschwanden im Grau und ein paar Minuten kamen sie wieder zum Vorschein. Man hatte fast den Eindruck, die Umgebung sei in unablässiger Bewegung und einmal mehr haben wir erlebt, dass grau eben nicht einfach nur grau ist, sondern viele Schattierungen aufweist und viele interessante Bilder schafft.

Wasser für das Leben

Wasserteiler
Es ist immer wieder hoch interessant und erstaunlich zu sehen, welch genialen Ideen unsere Vorfahren hatten, ohne Informatik, ohne grosse Technik, ohne die einfachen und komplizierten Werkzeuge unserer Zeit. Wasser war schon immer Grundlage für das Leben und Bewässerung der Felder für Getreide und für die Graswiesen war schon seit immer äusserst wichtig. Bei diesem Wasserteiler aus dem 14. Jahrhundert, bei dem wir heute vorbei gekommen sind, wird die Wassermenge geteilt. Im linken Abfluss fliessen ⅓ der Wassermenge, im rechten ⅔. Gar nicht auszudenken, wie kompliziert man das heute lösen würde. Das Wasser fliesst auf eine Bretterebene und der Teiler steht am Drittel der Distanz zwischen dem linken und rechten Rand. Die Person, der für die Wartung der Wasserkanäle zuständig ist, muss den Teiler immer von Ästen und Steinen befreien, damit die Teilung eben auch gerecht verläuft. Ein so altes System – und es funktioniert noch heute.

Blick aus dem Wald

Eine andere Sicht
Auch am heutigen Tag waren wir etwas über zwei Stunden unterwegs und sind fast die ganze Zeit auf bekannten Wegen marschiert. Doch wir haben auch für eine kurze Partie einen ganz neuen Pfad gefunden, der nicht einmal in der Karte eingetragen ist und der uns auch eine neue Sicht geboten hat. Der Anstieg war extrem steil, aber wir sind ja unterdessen ganz fit und das hat uns nicht wirklich gross beeindruckt. Die andere Sicht auf dem Bild entstand aber nochmals an einer andere Stelle – dort, wo man aus dem Wald heraus auf einen Teich und die Berge schauen kann. Dieser Ausblick hat da ganz verschiedene Ebenen und wenn es im Vordergrund dazu noch rot leuchtet, weil da schon Tulpen blühen, dann fand ich es eine Foto wert. Wie die Tulpen da in die freie Natur gekommen sind, bleibt ein Rätsel – die nächsten Häuser sind da ziemlich weit weg.