Ein weisses Blumenmeer

Weisses Blumenmeer
Da hatte ich vor ein paar Tagen geschrieben, dass es in diesem Jahr nur wenig Krokusse zu finden gäbe. Heute habe ich auf unserer Wanderung bemerkt, dass ich das viel zu früh erwähnt hatte – wir sind an vielen Orten ganzen Teppichen von Krokussen begegnet, die die grünen Wiesen mit unzählig vielen weissen Punkten aufgelockert haben. Hingegen haben wir keine blauen Frühlings-Krokusse gefunden, die scheinen in unserer Gegend viel seltener zu sein. Diese Blumen werden auch als Frühlings-Safran bezeichnet und wenn man genauer hinsieht, findet man genau so gelben Blütenstaub, wie beim richtigen Safran. Allerdings, so wie ich gelesen habe, ist der giftig, also nicht für eine feines Safran-Risotto zu verwenden. Nach der fast dreistündigen Wanderung freuen wir uns jetzt auf das Abendessen.

Abstand wahren

Drei mit Abstand
Das Wort „Abstand“ ist wohl zur Zeit mit Abstand einer der meist verwendete Begriff.  Genau so sollen wir einander begegnen, bitte mit mindestens zwei Meter Distanz und auch nicht länger als 15 Minuten. In der freien Natur ist das alles eigentlich kein Problem, ausser der Weg ist sehr schmal und die Natur felsig und steil, wo ein Schritt aus dem Weg etwas schwierig wird. Oder es wird auch dann etwas subtiler, wenn dem Gegenüber die Regel egal zu sein scheint und nicht genügend Platz lässt. Die drei Birken hier, denen wir heute begegnet sind, stehen schon länger in genügendem Abstand an dieser Kante. Jeder lässt dem anderen noch etwas Luft und Sonnenschein und stellt den anderen nicht in den Schatten. Genau so sollte es eigentlich auch für uns sein – nicht nur in dieser seltsamen Zeit.

Über Brücken gehen

Holzbrücke
Die knapp zwei Stunden Marsch heute führte auch wieder über verschiedene Wege und Pfade und auch heute ein kurzes Stück dem Wasser entlang. Doch wir kamen von oben den Weg hinab und mussten den kleinen Bach zuerst überqueren, was sich auf dieser stabilen Holzbrücke problemlos machen liess. Sie steht hier schon ein paar Jahre und macht sieht nicht brüchig aus. Brücken sind ja ein starkes Symbol – „Überwindung von Gräben und die Verbindung über trennende Grenzen“[1]. Aber wie jedes Symbol, enthält es noch andere Seiten: „Brücken können einstürzen, wirken manchmal wackelig oder wenig Vertrauen erweckend, führen über gefährliche Abgründe und stehen für das Betreten von Neuland“[1]. Alle diese Gedanken waren heute Nachmittag aber nicht mit uns, wir benutzen den Steg und setzten unseren Weg dem Wasser entlang fort.

[1] Wikipedia – Brücke als Symbol

Blühende Weiden

Blühende Weide
Wir hatten uns vor ein paar Tagen gesagt, dass wir etwas mehr Abwechslung in unsere täglichen Wanderungen bringen sollten. Wir wollen uns ja nicht ins Auto setzen und irgendwo hinfahren, sondern immer von zu Hause aus losmarschieren. Jetzt wechseln wir wenigstens mit den Wanderzeiten etwas ab. Die heutige Tour war also wieder etwas länger und führte uns ins Lawinental, das wir den ganzen Winter über nie besucht hatten. Selbstverständlich muss man dort die jeweilige Lawinensituation beachten und lieber einmal auf einen Abstecher verzichten – das geht im Winter ja eh nur mit den Schneeschuhen. Nun, auch dort sind jetzt die Boten des Frühlings nicht zu übersehen. Wir haben viele blühende Weiden angetroffen – die goldig leuchtenden Weiden sind von weitem zu sehen und werden ja auch sehr gerne von den Bienen besucht. Es war ein sonniger und bunter, einmal mehr ein gelungener Ausflug.

Leuchtendes Gelb

Einfach nur gelb
Nach dem heutigen kleinen Wanderung bei strahlendem Sonnenschein wie in den letzten Tagen immer und einer Temperatur von schon fast bei 20°C, habe ich auch noch einen kleinen Rundgang rund ums Haus gemacht – so nach der Aufforderung, in diesen Zeiten doch zu Hause zu bleiben. Was jetzt gerade so auffällt: Die verschiedenen Forsythien-Büsche sind alle in vollster Blüte und bringen mit dem kräftig leuchtenden Gelb viel Farbe in den Garten und strahlen mit den Osterglocken um die Wette. Bei so viel toller Umgebung hat man tatsächlich auch an Ostern kein Bedürfnis, irgendwo hin zu fahren, zumal die Prognose weiterhin ganz angenehmes Wetter ankündigt. Nun gut, etwas Niederschlag wäre in den kommenden Tagen eine schon bald nötige Abwechslung. Wir werden sehen.

Viele Wege

Waldweg
Bekanntlich führen ja verschiedene Wege ans Ziel. Heute sind wir tatsächlich auf ganz unterschiedlichen Pfaden gegangen: Breite und schmale Waldwege, die einen schön flach, die anderen mit Wurzeln überall oder steil bergauf. Dann gab es Teile, wo es fast weglos über Felder ging, irgendwie „der Nase nach“, dann wieder Bächen entlang, wo man manchmal aufpassen musste, keine Nassen Füsse zu bekommen. Na gut, die stecken ja immer in ganz guten Wanderschuhen. Einige Teile unserer Route verliefen auch auf unbefestigte Bergsträsschen. Das ist zwar kein Problem, wenn bei dieser Trockenheit aber dann ein Auto kommt, wird es ungemütlich mit dem Staub. Leider gab es dann auch kleine Abschnitte, wo man auf dem Asphalt gehen musste. Wir leben zwar im Wanderparadies, aber längst nicht alle Wanderwege führen nur auf Naturstrassen. Die fast 3 Stunden verflogen aber wie im Nu und das „Zvieri“ bei der Rückkehr schmeckte sehr gut.

Blütenpracht am Weg

Windröschen
Wieder diese Blütenpracht überall in den verschiedensten Farben und Tönungen entlang des Weges und auch über Felder. Der Natur und dem Frühling scheinen unsere Sorgen und Ängst in dieser Zeit ganz gleichgültig zu sein – sie zeigen sich bei vollstem Sonnenschein in schönster Pracht – fast so, als ging es um eine Wette, welches Feld und welche Ecke am schönsten leuchten kann. Es tut gut, hie und da stehen zu bleiben und sich von den Nuancen überraschen zu lassen, um für eine kurze Weile den so wirren Alltag zu vergessen. Die Windröschen hier am Wegrand strahlten in ihrer ganzen Gruppe schon von weitem und liess uns eine Weile ruhen und geniessen. Es ist so wichtig in diesen Tagen.

 

Auch schon Kirschblüten

Kirschblüte
Auch heute war wieder ein wunderschöner Tag – reiner Sonnenschein vom frühen Morgen bis jetzt und keine einzige Wolke am Himmel. Nach den Prognosen soll das ja noch mindestens die nächsten fünf Tage so bleiben. Vielleicht sogar bis Karfreitag, aber dann mit einer Änderung zu Ostern. So konnten wir nicht anders, als die Wanderschuhe anzuziehen und loszuwandern. Wir brauchen dazu nicht erst irgendwo hin zu fahren, sondern können das direkt von unserem Haus aus, was natürlich ein riesiger Vorteil ist. Im Vorbeigehen sah ich im Garten einer der Kirschbäume – da sind ja schon die ersten Blüten zu sehen. Ich habe das für die letzten Jahre nicht aufgeschrieben, aber es dünkt mich jetzt wirklich sehr früh. Und da hatte ich noch grosses Glück dazu, die Blüten bekamen noch gerade kurzen Besuch.

Frühlings-Krokus

Frühlings-Krokus (Crocus vernus)
In unserer Umgebung  in der freien Natur blühten vor zwei Jahren auf den Wiesen, wo der Schnee kurz vorher restlos geschmolzen war, sehr viele dieser Frühlings-Krokusse. Ganze Feder waren zu einem weissen Meer von Blumen verwandelt und folgte so dem Weiss des Schnees. Im letzten Jahr war davon fast nichts zu sehen und in diesem Jahr fanden wir nur an einzelnen Stellen diese kleinen und diskreten Frühlingsblumen. Offenbar ist das von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Auf unserer Wanderung heute haben wir sie auch gelegentlich begegnet, aber jeweils nur in kleinen Gruppen. Die allermeisten Blüten waren geschlossen, nur hier fand ich eine kleine Schar mit offenen Blüten. So, wie ich gelesen hatte, reagieren sie sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen. An diesem Ort gab es keinen Schatten und am Himmel war keine einzige Wolke zu sehen. So haben wir also auch heute neue Frühlingsboten gefunden.

 

Neuer Ausblick

Neuer Ausblick
Wir haben vor ein paar Tagen etwas aus Zufall einen neuen Pfad entdeckt. Wir waren nämlich auf der Suche nach einer Alternative, nicht immer auf der oft viel befahrenen Strasse entlang zu marschieren. Die meisten Autofahrer respektieren die Fussgänger, aber immer wieder gibts auch solche, die mit ihren Gedanken wohl an einem anderen Ort sind. Auf unserem heutigen Rundgang haben wir wieder diesen Pfad gewählt und erkennen können, dass dieser einen wunderschönen Ausblick bietet. Die zwei Bäume im Vordergrund mit einem Nachbardorf und den jetzt noch verschneiten Bergen in der Ferne dazwischen gefällt uns sehr gut. Da kann man einfach ein paar Minuten stehen bleiben und all die Details bewundern, die die Landschaft bietet. Wenn die Bäume im Laub stehen werden, wird sich der Aussicht sicher verändern, aber sicher trotzdem etwas von Weite in den Bergen vermitteln.